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Medienkompetenz:

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Die Begriffe Medienkompetenz und Medienpraxis werden vielerorts und nahezu beliebig eingesetzt - meistens, um ihre Bedeutung für die Allgemeinheit zu begründen. Was Medienkompetenz sein und vor allem, wozu sie gut sein soll, wird in der Regel als bekannt vorausgesetzt – oder anders gesagt: Wir wissen zwar nicht genau worüber wir gerade reden aber toll finden wir es auf jeden Fall...

Natürlich will freies, nichtkommerzielles Radio den Menschen zu Kompetenz verhelfen: zur Fähigkeit, die eigenen Interessen zu erkennen und auszudrücken, Informationswege und –bedingungen zu verstehen, Tatsachen und Meinungen einzuordnen und zu bewerten und das Ergebnis Anderen zu vermitteln. Dazu gehört auch die technische Kompetenz, also die Fähigkeit, moderne Geräte zur Informationsvermittlung selbständig zu bedienen.

Alle diese Fähigkeiten sind aber kein Selbstzweck, und es sind auch nicht die einzigen, die Mensch im freien Radiobetrieb erlernen kann. Worum es eigentlich geht ist radikale Demokratie: jede/r soll sich weitestgehend an allen Vorgängen beteiligen können, die zum gemeinsamen Projekt – ob das ein Radio ist oder eine Gesellschaft – dazu gehören. Wenn auch das Ideal der gleichmäßigen Beteiligung Aller nie erreicht werden kann bleibt es doch als Ziel bestehen und gibt die Richtung vor.

Zur Medienkompetenz gehört also im Falle von freien, nichtkommerziellen Radios auch die Fähigkeit Arbeitsabläufe zu strukturieren, demokratische Kommunikation und Entscheidungsfindung zu organisieren, Verantwortung zu übernehmen und solidarisch zu denken und zu handeln. Kurz: Gleichberechtigt zusammenleben!

Rückgreifend auf die Brecht'sche Radiotheorie lassen sich zwei Grundformen des Mediengebrauches vereinfacht wie folgt darstellen:


emanzipatorisch   repressiv  
Dezentralisiertes Programm  Zentral gesteuertes Programm 
Jeder Empfänger ein Sender  Ein Sender, viele Empfänger
 
Mobilisierung der Massen  Immobilisierung isolierter Individuen  
Interaktion der Teilnehmer, Feedback   Passive Konsumentenhaltung 
Politischer Lernprozeß  Entpolitisierungsprozeß 
Kollektive Produktion  Produktion durch Spezialisten 
Gesellschaftliche Kontrolle durch Selbstorganisation   Kontrolle durch Eigentümer oder Bürokraten